Reise ins Tal der Könige

             

Ägypten - Der Nil - schon seit zig Jahrzehnten bereits, wir wollten ihn auf den Spuren der alten Karawanen entdecken. Unsere Tour beginnt wie jede Tunesien oder Libyen Tour. Einschiffung in Genua auf die Fähre- die gute alte Habib - gemütliche Überfahrt nach Tunesien, Zollformalitäten in Tunis, und schon einige Zeit später sind wir Richtung Süden durch Tunesien unterwegs. Fast wie unsere eigene Hosentasche kennen wir schon jede Kreuzung. Die kleinen roten tunesischen "Mac Donald´s"- kleine Häuschen am Straßenrand, Markenzeichen ein frisch abgezogenes Schaf, ein primitiver schwarzer Grill und der Duft nach frisch gegrilltem Lamm. Einfach köstlich!. Weiterfahrt durch endlose Olivenhaine, saftig grüne Dattelplantagen, viele Eselkarren auf dem unbefestigten Seitenstreifen, winkende Kinder,.... wir sind endlich wieder in Afrika.

Schon am nächsten Tag stehen wir erwartungsvoll an der tunesisch, libyschen Grenze. Hat Gaddhafi schon wieder die Grenze mit dem Containerbüro für die Versicherung, dem Büro für Ein- und Ausreise versetzt? Nun ja, wir orientieren uns eben wieder neu, das Zollformalitätenschema bleibt das Gleiche. Zwangsumtausch, libysche Nummernschilder, Einreiseformulare,... Inzwischen sind Touristen an dieser Grenze nichts ungewöhnliches mehr. Die gut versteckten Bierdosen haben die Zöllner zum Glück nicht gefunden, was wäre auch ein Deutscher ohne ein kaltes Bier in der Wüste. In Libyen wird es mit der Richtungsbeschilderung schon etwas schwieriger, oft sind die Verkehrsschilder nur in arabischer Schrift, die Übersetzung finden wir in dem libyschem Reiseführer. Unsere Tour führt zunächst an der libyschen Küste entlang, Gerne würden wir hier in dem türkisfarbenem Wasser ein erfrischendes Bad nehmen, aber die gesamte Küste ist immer noch militärisch bewacht und zum Teil noch vermint. Schon bald erreichen wir den Abzweig, der Richtung Süden durch eine endlos weite Steinwüste und anschließend in ein riesiges Sandmeer führt. Zu gerne würden wir und bestimmt auch unsere Geländewagen auf die Suche zu den Mandaraseen, mitten in dieser goldgelben Sandwüste aufbrechen. Einen Afrikafahrer, der einmal die unheimliche Stille und Einzigartigkeit der Wüste mit dem greifbar nahen Sternenzelt, den sanften Windstoß über die Dünenkämme, kalte klare Nächte und die Tageshitze erlebt hat, sein Auto mehrfach ausgegraben hat, läßt Sie so schnell nicht wieder los. Schon heute beschließen wir, das unser nächstes Ziel unbedingt wieder die Sahara sein wird. Schweren Herzens lassen wir den Abzweig rechts liegen und bewegen uns in Richtung Tripolis.

In Leptis Magna, eine der imposantesten Ruinen und Ausgrabungsstätten der gesamten antiken Welt, gehen wir auf Entdeckungstour. Wir fühlen uns wie alte Römer beim "Schreiten" durch die Gassen, in dieser großen, direkt am Meer, sehr gut erhaltenen Ruinenstadt. Ganz oben im Amphitheater haben wir den besten Überblick. Wie muß sich hier ein Eroberer gefühlt haben.

Wieder auf der Straße Richtung Tripolis ziehen schmutzige Vorstadtsiedlungen an uns vorbei. Wir beschließen etwas weg von der Küste ins Landesinnere zu fahren, sofort haben wir weniger Verkehr, kleinere Dörfer und schon die weite Einsamkeit. Nur der Landstreifen am Meer ist in Libyen dicht besiedelt.

Den Osten Libyen´s kennen wir bisher nur aus Beschreibungen, Reiseberichten und aus unserem Reiseführer. Wir picken uns daraus natürlich ein Highlight heraus und machen einen großen Abstecher nach Zilla. Schwarze Zeugenberge in einer herrlichen Vulkanlandschaft bringen unserem Auge nun die lang ersehnte Abwechslung, diesmal keine Fatamorgana, die Landschaft ändert sich tatsächlich.

Nach einigen Tagen erreichen wir die ägyptische Grenze. Unzählige Menschen hausen hier im Niemandsland, sind es Libyer, Ägypter, Sudanesen,... wir wagen uns nicht näher. Sehr verwahrlost, in primitiven Hütten, umgeben von einer Menge Müll hausen diese Menschen. Nicht viel sauberer erscheint uns der ägyptische Grenzübergang. Die ägyptische Bürokratie hält uns hier lange fest. Carnet de Passage, Zwangsumtausch, ägyptische Kennzeichen, Versicherungen, Fahrerlaubnis, eingehende Fahrzeugkontrolle, Ein - und Ausreiseformulare, dort ein Formular besorgen, im nächsten Büro abstempeln lassen, wieder eine Unterschrift holen, woanders bezahlen, ach dieser Beamte hat nun Mittagspause oder ist gerade beim Gebet...warten, warten,. für uns keine Logik zu erkennen. Die ganze Prozedur erledigen wir schon mit ägyptischer Gleichgültigkeit - nur auf diese Weise werden wir hier akzeptiert. Ein ungeduldiger Europäer hat hier rein gar nichts verloren. Nach 6 Stunden ist auch der letzte Kontrollposten zufrieden und wir dürfen das Land bereisen.

Diese Eindrücke an der Grenze müssen erst mal verdaut werden. Wir suchen uns ein schönes Plätzchen in der Dämmerung und unser Magen freut sich vor allem auf eine große Portion Spaghetti, dazu ein kaltes Bier. Stille um uns herum, mit großer Beleuchtung in unserem kleinen Camp sind wir noch etwas vorsichtig, in diesem für uns noch fremden Land, in der Nähe der libyschen Grenze. Die Nacht bleibt ruhig und ausgeschlafen sind wir am Frühstück schon mit unseren Fliegerkarten und der weiteren Planung der Fahrtroute beschäftigt. Die abgeschiedenen Oasen, die noch in keinem Programm der Flugtouristen zu finden sind unser nächstes Ziel für die nächsten Tage. Eine traumhafte Tour durch die unterschiedlichsten Arten von Wüstenlandschaften beginnt. Bei schöner Hintergrundmusik in unserem Landrover genießen wir die, sich ständig wechselnde Szenerie. Die Oasen versprechen genau das, wie wir es uns ausgemalt hatten.

Ruhige verschlafene Dörfer, der Ruf des Muezzin aus der Moschee, spielende lachende Kinder, alte Männer beim Wasserpfeifenrauchen, die Frauen mit Feldarbeit beschäftigt, Männer und Kinder mit ihren wackligen Eselkarren bei der Dattelernte. Verschmitzte, neugierige Kindergesichter beobachten uns. Ein kleiner Junge süß und verdreckt bemüht sich seine Kanister an der Wasserpumpe mitten im Dorf zu füllen, sein Esel steht geduldig daneben. Auch wir füllen hier unsere Wasservorräte auf, herrlich schmeckendes Trinkwasser. Auf dem Marktplatz werden wir von den bunten Gemüseständen angezogen. Es gibt hier nicht viel Auswahl, nur die in dieser Oase angebauten Obst und Gemüsesorten werden hier verkauft. Jeder Händler hat somit das gleiche Sortiment. Nicht einfach, sich bei den aufmunternden Blicken der Händler zu entscheiden, wo wir unsere ägyptischen Pfund liegenlassen. Wir beschließen von jedem eine Kleinigkeit zu kaufen. Nun fehlt uns für kalte Wüstenabende nur noch der obligatorische grüne Tee. Die Zubereitung auf offenem Feuer in einer kleinen emaillierten Teekanne haben wir von den Tuareg gelernt. Der Händler, bei dem wir die, uns bekannte Kilopackung Tee entdecken, liegt neben seinem Stand und döst in der Mittagssonne, zwischen herumstreunenden Hunden und Hühnern. Sein Nachbar will ihm das Geschäft nicht nehmen und er weckt ihn vorsichtig auf. Mit Vorräten für die nächsten Tage bepackt, suchen wir uns einen Campplatz etwas außerhalb dieser Oase.

Beim Verabschieden wollten wir uns noch in Englisch und ein paar Brocken arabisch nach dem Pistenzustand zur nächsten 200 km entfernten Oase erkundigen, aber zur Anwort bekamen wir nur Lächeln und ein freundliches Kopfnicken, eines alten Oasenbauern. Dazugelaufene Kinder zeigen uns die Richtung, mehr weiß hier niemand. Was hätte auch ein Oasenbewohner, der hier seine Plantage bewirtschaftet und alles was er zum Leben braucht samt Familie, Esel und Hütte in der nächsten Oase verloren? Schon bald werden wir mit einer ähnlichen Frage bei einem einsamen Militärposten bei einem Glas "chai" konfrontiert. Aber Sie wissen bereits Bescheid, daß es in Deutschland sehr kalt sein soll. Wir machen uns, da der Flug wohl sehr teuer ist, mit unseren Fahrzeugen auf den Weg um die Sonne zu genießen. Wir lassen Sie in dem Glauben und schwärmen von dem herrlichen Land. Somit ist jeder zufrieden. Das ruhige Oasenleben nimmt schlagartig ein jähes Ende. Nach tagelanger Wüstenfahrt durch die weiße Wüste, durch eine Landschaft mit schwarzen Zeugenbergen, Abschnitte durch herrliche Sandwüsten sind wir langsam neugierig auf die längste Oase der Welt, dem Nil. Saftiges grün erkennen wir schon, als wir uns langsam vom letzten Gebirgszug ins Niltal bewegen. Das Abendlicht tut sein übriges dazu. Entlang eines Seitenarmes erleben wir das Leben der Fellachen am Nil. Bunte Farben, lachende spielende Kinder vor den Nilschlammhütten, glänzende Wasserbüffel, viel Kleintier, große blinkende Stahlschüsseln, schwatzende Frauen beim Wäsche waschen im Fluß, die Männer sind wohl noch bis zum letzten Sonnenstrahl mit ihren Eselkarren auf den Feldern, Uns zeigt sich dieselbe Idylle wie in den Oasen.

Unser heutiges Ziel ist Luxor. Das wir uns etwas zuviel vorgenommen haben, wird uns erst hinterher bewußt. Wir fragten uns durch nach einer Brücke, um die Ostseite des Nils zu erreichen. Da sehr viele Felluken, alte Segelboote, auf dem Nil verkehren, gibt es fast keine Brücken. Die Kinder rennen unseren Autos voraus, bis zur nächsten Fähre. Hier am kleinen Anlegeplatz ist vom idyllischen, gemütlichen Leben nichts mehr zu spüren. Ein Kampf Stoßstange an Stoßstange beginnt, ein lautes Hupkonzert, wir werden von allen Seiten von Schleppern bequatscht, nicht ein Kopf mehr, würde in unsere Fensteröffnung passen, schnell verstauen wir unsere Camera und diverse Wertsachen, auf der Motorhaube haben sich auch schon unsere neuen Guides plaziert, das Auto wird bereits im Fahren gewaschen nun heißt es schnell mal handeln. Wir wissen nicht wie uns geschieht. "Bakschisch" ist ab sofort kein Fremdwort mehr. Aber ohne Bakschisch an den Fährmann und seine unzähligen Hintermänner würden wir heute noch auf derselben Seite des Nils stehen. Die schlitzohrigen Ägypter schafften es mehrmals, daß die Fähre, obwohl wir wirklich an erster Stelle fast schon im Nil standen ohne uns losfuhr.

In Luxor ist natürlich sightseeing angesagt. Deutsch ist hier schon lange keine Fremdsprache mehr. Wir bewegen uns mit der Pferdekutsche, Taxi´s über das private "ganz billige" Schnellboot über den Nil, und zu Fuß zu den historischen Sehenswürdigkeiten.Unsere Fahrzeugen genießen sicherlich die Pause. Das Tal der Könige mit den herrlich bemalten fast unheimlich wirkenden Königsgräbern, das Museum mit vielen echten Grabschätzen, der Tempel der Hatschepsut der "einzigen Pharaonin", und dem gigantischen Kanrnak Tempel an dem über 2000 Jahre gebaut wurde muß man einfach gesehen haben. An diesen historischen Sehenswürdigkeiten stören nicht mal die unzähligen Touristen, jeder ist von diesen imposanten Bauwerken zutiefst beeindruckt. Nach diesen Eindrücken flüchten wir wieder in die Einsamkeit. Auf Umwegen über das Rote Meer besuchen wir die Cheop´s Pyramiden und die älteste Stufen- Pyramiden von Sakkara.

Bilder allein können die Größe und Einzigartigkeit nicht wiedergeben. Die letzten Tage dieser herrlichen Tour zogen uns die Off Road Pisten in dem wilden Gebirge des Sinai´s in ihren Bann. Mit guten genauen Karten und GPS erkunden wir abgeschiedene Wadi´s, den Colored Canyon, genossen die Einsamkeit der traumhaften Camps am Abend, wo sonst findet man solch eine Ruhe, einen klaren Sternenhimmel , und ein knisternden Lagerfeuer. Die Tage am Golf von Aqaba waren ein herrlicher Abschluß unserer abenteuerlichen Tour ins Tal der Könige. Tags erkundeten wir die farbige Unterwasserwelt, am Abend schmökerten wir noch in unserer Reiseliteratur in der ägyptischen Pharaonenvergangenheit. Es würde hier noch so viel zu entdecken geben.

Die Rückreise über Israel, ein Bad im Toten Meer, Fährüberfahrt von Haifa über Zypern, Rhodos nach Piräus mit Landaufenthalten war lange nicht so anstrengend wie die lange Anreise, wir aber waren uns einig, wir wollten keinen einzigen Kilometer missen.

             
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