Botswana vom 9.11.-23.11.1999

             

Einleitung

Botswana liegt im Süden von Afrika, nördlich von Südafrika. Westlich von Botswana befindet sich Namibia, im Norden der Caprivi-Zipfel (Namibia), dahinter Angola und Zambia und im Osten Zimbabwe. Botswana hat ca. 1,3 Mio. Einwohner bei einer Fläche von 581.730 km² (Größe Frankreichs). Die Hauptstadt ist Gaborone mit ca. 80.000 Einwohner und liegt im Südosten des Landes. Setswana und andere Bantu-Sprachen sind Landessprachen, daneben wird Englisch im ganzen Land gesprochen.

Die Währungseinheit ist Pula, 1 DM entspricht ca. 3 Pula. Seine Landesnatur ist weitgehend durch die weite Hochebene der Halbwüste Kalahari geprägt. Der Regen fällt fast ausschließlich in den wärmsten Monaten (Dezember bis Februar), in denen das Thermometer regelmäßig 40°C überschreitet. Durch die ständig über die Hochflächen wehenden Winde verdunstet der Großteil des Wassers rasch wieder.

Abweichend von diesem Landschaftscharakter breitet sich im Norden des Landes das weite Okavango-Delta aus. Der Okavango entspringt in der Feuchtsavanne Angolas und teilt sich durch das geringe Gefälle in viele Flussarme auf. Dabei entsteht eine einzigartige Sumpflandschaft, die mehr als 15.000 km² bedeckt. Durch die starke Verdunstung und die ungenügende Niederschläge endet der Fluß in einem Binnendelta, der einzige Fluß der Welt, der nicht ins Meer fließt.

Tips

Für jedes Land, in dem man sich aufhält sei es auch nur ein Tag, sollte man die Landeswährung dabei haben. US-Dollars als Universalzahlmittel hilft, aber nicht überall. In diesen Regionen sind Geländewagen mit Allrad und genügend Bodenfreiheit sehr zu empfehlen. Auch sollte der Beifahrer immer darauf achten, dass sich der Fahrer nach Pausen und Kreuzungen wieder links einordnet, denn es herrscht Linksverkehr.

Mit Wildwechsel ist immer zu rechnen, dabei ist folgendes zu beachten : Ziegen kann man verjagen, Esel aber nicht, sie bleiben stur stehen, auch auf der Straße. Hupen kann helfen. Wenn vorhanden unbedingt Funkgeräte und GPS mitnehmen, ist sehr hilfreich, denn die Shell-Karten in Botswana haben GPS-Koordinaten für Städte, Dörfer, Campingplätze und Straßenkreuzungen.

Dienstag 09.11.99 7:20 Uhr Abflug in Frankfurt, 8:30 Landung in Mailand. Geplanter Abflug nach Johannisburg um 10:00 Uhr, tatsächlich Start um 12:15 Uhr. Flugzeit knapp 10 Stunden, Ankunft Joburg 23:00 Uhr (+1 Std MEZ), Starker Regen, Fahrt nach Pretoria 50 km, Übernachtung im Haus der Autovermieterin.

Mittwoch 10.11.99 Nach dem schlechten Wetter gestern nun strahlend blauer Himmel, 20°C, unser Tag beginnt mit einem schönen Frühstück im Garten. Danach werden die Mietwagen gepackt, anschließend Fahrt nach Pretoria zum Einkaufen, Geld wechseln und Tanken, GPS einbauen. Der Urlaub kann beginnen. km-Stand 8590 Wir fahren die Autobahn N 1 in nördlicher Richtung (Pietersburg), die erste Autobahngebühr von 14,50 Rand pro Auto müssen wir nach 116km entrichten, 77km weiter die zweite, kostet 5,80 Rand, in der wir die N 1 verlassen in Richtung N 11 Potgietersrus. An der nächsten T-Kreuzung links, nach 500m T-Kreuzung rechts. In Potgietersrus machen wir den Tank nochmal voll, erschreckend der Verbrauch 20Liter Normalbenzin auf 100km. Nach der Tankstelle 500m links auf die R 35, die in die N 11 übergeht. km-Stand 8825 links liegt die Platinum-Mine. Die Landschaft erinnert mich an Colorado (Monument Valley).

Unsere Zeit wird knapp, wir wollen am Martin's Drift über die Grenze, der um 18:00 Uhr schließt, d.h. Gas geben. Kurz vor der Grenze geraten wir in eine Polizeikontrolle, der Polizist versucht uns in einem kaum verständlichen Englisch ein paar Getränke ab zu schwätzen. Als er erfährt, daß wir die Grenze noch überqueren wollen läßt er uns weiter fahren. Glück gehabt ! Punkt 18:00 Uhr die Grenze passiert. km-Stand 8991 Nun die Einreise nach Botswana, viele Formalitäten, man ist es als Europäer gar nicht mehr gewohnt so viele Formulare auszufüllen. Nicht vergessen: 10 Pula Straßengebühr pro Auto.

Hinter dem Grenzübergang links liegt gleich der Campingplatz. Mit dem Sonnenuntergang schlagen wir unser Lager auf, das Abendessen ist begleitet von einer atemberaubenden Geräuschkulisse. Selbst auf der Toilette ist man nie allein, dort trifft man handflächengroße Falter und andere Kleintiere. Die Duschen und Toiletten sind recht sauber. Wir versuchen die Strategie "abends früh ins Bett, morgens wenn es hell ist aufzustehen" umzusetzen.

Donnerstag 11.11.99 Wieder ein klarer, warmer Morgen. Unsere Strategie vom gestrigen Abend konnten wir nicht ganz umsetzen. Selbst Frühaufsteher Frank schlief noch im Dachzelt. Natürlich waren wir die letzten Camper. Abfahrt um 9:30 Uhr. Unser erstes Ziel ist Palapye, dort wollen wir unsere Vorräte auffüllen. Anschließend geht es weiter nach Serowe, wo wir unsere Tanks wieder füllen müssen, 12:30 Uhr. km 9147 Nach dem Tanken geht es in Serowe rechts ab nach Orapa. Nach 33km kommt auf der linken Seite ein Nashorn Reservat. Der Eintritt kostet 5 Pula Pro Person und 10 Pula pro Auto. Und wir haben Glück, wir sehen 2 Nashörner, denn wir erreichen das Reservat in der Mittagshitze, bei der sich normalerweise die meisten Tiere ein schattiges Plätzchen suchen. Nachdem wir Geier, Zebras, Impalas und Strauße in weiter Entfernung gesehen haben, verlassen wir um 15:10 Uhr das Reservat in Richtung Orapa. km-Stand 9200 Um 16:45 Uhr erreichen wir nach 165 km Letlhakane, wieder müssen wir tanken, bevor wir in Richtung der Makgadikgadi-Pans fahren.

In Letlhakane müssen wir rechts abbiegen und fahren nun auf Schotter Richtung Mhatsumo, das wir nach 35 km erreichen. Im Ort müssen wir an der Post-Office links abbiegen und nun geht´s nach Kubu-Island (Lost City). Unterwegs müssen wir noch ein Veterinary Control passieren, auch hier geht es wie in ganz Botswana sehr hilfsbereit und freundlich zu. Nach einem kurzen Plausch geht es weiter, durch die lange Trockenheit durchfahren wir die ausgetrockneten Salzseen, hinter jedem Auto bildet sich eine riesige Staubwolke. Km 9447 Rechtzeitig zum atemberaubenden Sonnenuntergang erreichen wir Kubu-Island. Seit März´99 steht es unter Aufsicht, man bekommt einen Übernachtungsplatz zugewiesen, eine Spende ist willkommen (20 Pula). Duschen oder Toiletten gibt es nicht, jetzt wird der Klappspaten zu seinem Einsatz kommen. Unter sternklarem Himmel und teilweise starkem Wind genießen wir unser allabendliches Grillen.

Freitag 12.11.99 Aufstehen 6:00 Uhr. Nach einem kräftigem Präriefrühstück (Eier und Bohnen) gehen wir auf den höchsten Punkt von Kubu-Island und haben einen fantastischen 360° Panoramablick. Um 8:20 Uhr brechen wir auf, erst drehen wir aber noch eine Runde um Kubu-Island und sehen noch mehr große Baobabtrees (Affenbrotbäume). Nun zahlt sich das mitgenommene GPS voll aus, wir geben die Koordinaten unseres Zielpunktes Gweta ein und erhalten unsere Richtung vom GPS, denn auf diesen ausgetrockneten Pans gibt es Hunderte von Möglichkeiten. Nach einigen Kilometern erreichen wir Buschland, auch hier schlängeln sich sehr viele Wege kreuz und quer, wir können unseren Kurs dank GPS halten. Bei km-Stand 9470 treffen wir bei Tswagong auf ein Veterinary-Gate, vor dem Gate fahren wir links am Zaun entlang, bis wir nach 9 km das Gumba Veterinary-Gate erreichen und um 9:50 Uhr rechts durchs Tor fahren in Richtung Gweta.

Bei den Untergrundverhältnissen ist nur eine Geschwindigkeit von 45 km/h möglich. Trotz der Trockenheit sehen wir zwei Vogelstrauße. Nach einiger Zeit erreichen wir wieder die scheinbar unendlichen Salzseen ohne jeglichen Bewuchs. Man kann in der Ferne die Hitze flimmern sehen, es entsteht ein typisches Bild, am Horizont scheint Wasser zu sein. Hier kann jetzt auch etwa 70 km/h gefahren werden. Achim bekommt langsam ein Walter-Röhrl-Gesicht, leicht verbissen aber konzentriert. Wir erreichen Gweta um 12:20 Uhr km 9560. Die Tankstelle ist von der Hauptstraße nicht ersichtlich, etwas versteckt. Anschließend nehmen wir die Fahrt Richtung Maun wieder auf. Nach ca. 35 km biegen wir links in den Makgadikgadi Pans National Park ein km 9611 und sehen nach 500 m unsere ersten Kudus in nur wenigen Metern Entfernung. Die Tickets für den Park kosten pro Person 50 Pula, pro Auto 10 Pula und pro Übernachtung 20 Pula p.P. Nachdem wir unsere Tickets gelöst haben, geht´s auf Pirschfahrt. Gnus, Antilopen, Zebras und Springböcke sind die ersten Tiere, die wir sehen.

Das Thermometer misst 36°C. Wir liefern uns ein kleines Rennen mit zwei Vogelstraußen, beachtlich wie locker und doch schnell sie sich fortbewegen. Doch wir vermissen die Elefanten und Löwen, aber denen ist es wahrscheinlich am frühen Nachmittag zu heiß. So geht unsere Pirschfahrt schließlich in Richtung unseres Campplatzes, dem Khumaga Camping-Site im Westen des Parks, den wir gegen 17:00 Uhr erreichen km 9680 . Es ist keine Wolke am Himmel, heiß. Der angrenzende Boteti-Fluß ist ausgetrocknet. Allgemein ist im ganzen Park sehr viel abgebrannt, was aber auch einen reinigenden Charakter haben kann. Wir beschließen vor dem Abendessen noch mal auf Erkundungsfahrt zu gehen. Wir fahren den Fluß entlang und haben Glück, in weiter Ferne können wir eine riesige Herde Zebras bewundern. Während der Zubereitung des Abendessens streunen vereinzelt Affen vorbei, die die meisten von uns unbeachtet lassen. Doch wir werden noch die Bekanntschaft mit den Affen machen.

Samstag 13.11.99 Die Sonne begrüßt uns mit den ersten Sonnenstrahlen zum Frühstück. Beim Packen der Autos streunen vereinzelt Affen umher. Richtig ernst nehmen wir sie nicht, denn noch haben wir unsere Ruhe. Abfahrt um 8:25 Uhr. Auf der Strecke nach Maun wird eine neue Trasse asphaltiert, die im Jahr 2000 fertig sein soll. Auf der alten Schotterstrecke müssen wir über Funk den Grönemeyer-Klassiker "Was soll das?" aus Franks Kehle über drei Oktaven ertragen. Bei km 9750 treffen wir auf die Hauptstraße nach Maun. Nach 80 km erreichen wir um 11:30 Uhr schließlich Maun.

Erster Anlaufpunkt mal wieder die Tankstelle. Hier besprechen wir den weiteren Verlauf der Tour bei einigen gekühlten Cokes, denn hier in Maun müssen alle Camps gebucht und natürlich die Vorräte für mehrere Tage eingekauft werden. So verpassen wir die erste Deadline des Reservierungsbüros (12:30 Uhr). Wir hoffen auf den Nachmittag, um 13:45 Uhr soll es weiter gehen, doch niemand erscheint. Wochenende. Nicht ganz zum Glück, um 14:00 Uhr kommt doch noch jemand und wir können unsere Camps buchen. Unser nächstes Highlight ist ein einstündiger Rundflug mit Bogo-Moremi-Air über das Okavango-Delta. Die Kosten belaufen sich auf 180 $ für den Flug. Der Flug ist sehr zu empfehlen, was man bisher noch nicht gesehen hat, bekommt man jetzt zu Gesicht: Elefanten, Giraffen, Hippos, Krokos und Löwen. Anschließend genehmigen wir uns einen Burger in der Power-Station.

Ein flippiges Restaurant / Bar in Verbindung mit einer Künstler-Werkstatt, das erkennt auch gleich an den Skulpturen im Eingangsbereich. Nachdem wir noch nachgekaufte Kanister mit Benzin aufgefüllt haben (wir haben Bedenken das unser Sprit die fünf Tage reicht), geht es 10 km nördlich in die Island-Safari-Lodge, unser Übernachtungscamp (Kosten: 15 Pula pro Person / Nacht). Das Abendessen genehmigen wir in einem Lokal. Hier sehen wir den ersten Rhodesien Ridgeback, Oli ist begeistert.

Sonntag 14.11.99 Wieder erwachen wir unter einem wolkenlosen, sonnigen Himmel. km-Stand 9862 Wir bemerken an einem Auto einen schleichenden Plattfuß und müssen deshalb zurück nach Maun, um den Reifen noch mal zu füllen. Leider bekommen wir kein Reifenpilot. Um 8:00 Uhr geht es dann in Richtung Moremi-Park. Nach 39 km hört die Asphaltstraße auf, es wird sandig und staubig, deshalb muss der nachfolgende Wagen nun einige hundert Meter Abstand lassen.

Nach einigen Kilometern sehen wir eine Elefantenherde und auch Kudus, Giraffen noch vor dem Parkeingang. Bei km 9963 erreichen wir den Eingang des Moremi-Parks. Danach geht es gleich nach links in Richtung Third Bridges, unserem nächsten Camp. Bei der jetzt herrschenden Temperatur von 43°C sehen wir doch viele Tiere, wie z.B. Impalas, Giraffen, Adler, Warzenschwein und sogar eine Löwin. Oli und ich sind erst mal vorbei gefahren, das Fell der Löwin hat genau die Farbe ihrer Umgebung, man kann nur ihre Ohren ein wenig sehen. Gegen 14:00 Uhr erreichen wir unser Camp. Km 10012 Wir erfahren von anderen Campern, dass gestern abend mehrere Löwen nicht weit entfernt von unserem Camp einen Büffel erlegt haben.

Bei unserer nachmittäglichen Pirschfahrt sehen wir dann auch die Überreste. Und wir sollten noch mehr Glück haben, denn wir sehen ein ganzes Rudel mit Löwen, 1 Männchen und 7 Weibchen, die bei dieser Hitze jedoch nur faul unter schattenbringenden Bäumen und Sträuchern liegen. Da sich nichts regt, fahren wir weiter zu einer großen Wasserstelle. Unterwegs dorthin hat sich Walter Röhrl (Achim) festgefahren. Sein Co-Pilot Frank ist unerwartend ruhig. Wie er später im Interview gesteht, hatte er Angst, dass Achim durchdreht, weil er fast nicht heraus kam. Darunter hat die Kupplung sehr gelitten.

Schließlich können wir an der Wasserstelle den Blick auf ein Flusspferd, Krokodile und einige Antilopen werfen. Beim allabendlichen Grillen geht den meisten von uns der Stift, denn unser Camp liegt direkt an einem Schilffeld, d.h. wir haben keine freie Sicht, wir können nur hören was sich uns nähert. Und diese großvolumigen Stimmen klangen nicht sehr weit entfernt. Also wir so schnell wie möglich das Lagerfeuer angeheizt.

Montag 15.11.99 Der Wecker klingelt um 5:00 Uhr. Der Topf mit dem angebrannten Reis von gestern abend ist nicht mehr an seinem Platz, dafür ist er sauber. Das macht uns stutzig. Wir vermuten, dass irgend welche Tiere den Topf leer gefressen haben müssen. Ohne Frühstück brechen wir um 6:00 Uhr zu einer Pirschfahrt auf. Km-Stand 10040 Der Morgen ist nicht so ergiebig, wir sehen nur ein Schakal und Mongoose. Bei der Rückkehr zum Camp erleben wir dann unsere böse Überraschung. Wir hatten Tisch und Stühle, sowie unsere Aluboxen mit Geschirr und Vorräten dort stehen gelassen.

Eine Herde von ca. 15 Affen hatte die verschlossen Box geöffnet und sich über die Vorräte hergemacht. Sie ließen sich auch nur schwer vertreiben. Nachdem wir sie einigermaßen auf Distanz halten konnten, zogen wir Bilanz, was sie gefressen hatten : Brot, Reis und Kartoffeln waren weg. Und diese frechen Affen starteten immer wieder Attacken, um sich etwas zu fressen zu holen. Da ein Großteil unserer Vorräte weg war, galt es nun abzuwägen, ob wir nach Maun zurückfahren und noch mal einkaufen oder unsere Fahrt fortsetzen. Wir entschlossen uns für das letztere. Km 10065 Um 9:30 Uhr verlassen wir Third Bridge. Nach nur 37 km erreichen wir unserer nächstes Camp Xakanaxa. Wir sind zufrieden mit dem Campplatz MX 5.

Am Abend buchen wir vor Ort mit 2 deutschen Ehepaaren eine dreistündige Bootsfahrt. Leider sehen wir nicht die Tiere, die wir erhofft haben. Aber doch sehr entspannend und der atemberaubende Sonnenuntergang stimmen uns glücklich. Die Kosten sind Verhandlungssache. Wir haben für 8 Personen 600 Pula bezahlt. Kurz vorm Schlafen gehen, streunt noch eine Hyäne hinter unseren Autos vorbei. Damit ist unser Bedarf an Tieren hautnah für heute gedeckt.

Dienstag 16.11.99 Der Wecker klingelt mal wieder um 5:00 Uhr, doch keiner will aufstehen. Schließlich haben wir uns doch aus dem Dachzelt geschält und wir verlassen unser Camp um 6:15 Uhr. Wir erfahren später von Campnachbarn, dass nach unserer Abfahrt 2 Löwen von einem Baum in unserer Nähe herunter gekommen sind und ein Warzenschwein gejagt haben. Schluck. Es ist angenehm warm schon am frühen Morgen, teilweise bewölkt. Oli meint es gibt Regen. Und wenn der Untergrund feucht und tief ist, wird der Sprit nicht reichen. Wir sehen anfangs ein paar Kraniche und haben einige schöne Wasserdurchfahrten.

Jedoch bei der zweiten fährt sich Oli bei einem nicht zu sehenden Absatz fest. Nach einigen Versuchen können wir ihn rückwärts herausziehen. Brisant ist die ganze Sache, weil wir kurz zuvor eine Löwenspur auf dem Weg gesehen haben. Nicht weit entfernt treffen wir die hungrige Löwin auf der Suche nach Beute. Nachdem wir die Löwin aus den Augen verloren haben, treffen wir eine Elefantenherde mit ca. 40 Elefanten. Solange imposant, bis sich eine Elefantenkuh vor uns aufbaut. Das ist unser Signal um schnellstens aus ihrer Reichweite zu kommen.

Bei km 10144 erreichen wir den Dombo-Hippo-Pool. Es ist unmenschlich heiß (ca. 40°C im Schatten), am liebsten würden wir zur Abkühlung in den See springen, doch 30 Hippos und einige Krokodile halten uns davon ab. So versuchen wir die Siesta auf einem Aussichtstand abzuhalten. Doch es ist zu heiß, um erholsam schlafen zu können. Deshalb beschließen wir zu unserem nächsten Camp aufzubrechen. Zu unserem Erschrecken gibt es dort auch wieder Affen. Achim und Frank waren aufgebrochen, um bei benachbarten Hütten unsere Vorräte etwas aufzufüllen. Tatsächlich haben sie auch etwas bekommen, nur der erworbene Reis wurde sofort von den Affen geklaut. Tough Guy Oli sprintete hinterher und vor Schreck ließ der Affe den Reis fallen. Leider war durch diese Aktion der Beutel aufgerissen und um keine Infektion zu riskieren, verstreuten wir den Reis beim allabendlichen Holz holen.

Die Affen sprangen sogar in die offenen Autos hinein und versuchten essbares zu klauen. Selbst der am Tisch sitzende Frank wurde fast von einem Affen überrascht, als der einen Käse vom Tisch abgreifen wollte. Nach dieser ganzen Aufregung haben wir uns dann mit Steinen bewaffnet, um uns die lästigen Biester auf Distanz zu halten.

Mittwoch 17.11.99 Aufstehen um 5:15 Uhr, Frank hat verschlafen. Auf unserer Pirschfahrt sehen wir die Körper, deren Stimmen wir gestern abend nur hören konnten. Giraffen, Hippos und jede Menge blöde Affen. Etwas weiter entfernt sehen wir ca. 100 Geier, die sich über die letzten Reste eines kleinen Elefanten hermachen. Beim anschließenden Frühstück müssen wir uns wieder der Affen erwehren. Ihre Beute sind 2 Äpfel. Bei km 10180 verlassen wir gegen 9:30 Uhr den Kwai-Camp-Site, das direkt am North-Gate hinter einer Brücke liegt. Hinter dem Gate gibt es ein paar Hütten, bei denen wir unsere Getränkevorräte ein wenig aufbessern können.

Nach unseren jetzigen Benzinberechnungen müssten wir es bis nach Kasane schaffen. Bei km 10220 erreichen wir das Mababe-Gate vom Chobe-Nationalpark. Frank verlässt wegen der Hitze das Auto oben ohne und bekommt den Namen "Boxing Man" von einem Zöllner verpasst. Bei einer Temperatur von ca. 45°C stehen alle Tiere unter Bäumen, um ein bisschen Schatten zu bekommen. Um 15:00 Uhr erreichen wir das Savuti-Camp bei km 10290 (GPS-Koordinaten: S 18°33.849' E 24°03.815'). Die Duschen und Toiletten sind ganz neu und mit einem riesigen Erdwall umgeben, um so die durstigen Elefanten von den Wasserleitungen fernzuhalten.

Der abendliche Ausflug führt uns zu einem felsigen Hügel, auf dem ein Fels mit einer Bushman-Malerei zu sehen, die 3000 Jahre alt sein soll. Kaum lohnenswert, denn es sind nur 3 kleine Tiere zu sehen. Als Tagesabschluß besucht uns mal wieder eine Hyäne im Camp und man kann in der sternenklaren Nacht die Löwen hören. P.S. Durch andere Urlauber erfahren wir, dass das nordwestlich gelegene Linyanti-Camp sehenswert ist, da dort viele Tiere zugegen sind.

Donnerstag 18.11.99 Aufstehen um 4:40 Uhr. Abfahrt ohne Frühstück um 5:40 Uhr, denn der frühe Vogel fängt den Wurm, so hoffen wir. Km 10301 Es ist bewölkt mit 27°C. Unser erstes Ziel ist ein Wasserloch südlich vom Camp, östlich von Motsibi-Island, doch dort ist jegliches Wasser vertrocknet. Wir kriegen nur eine einzige Hyäne zu Gesicht. Schließlich schlagen wir wieder die nördliche Richtung nach Kasane ein und bekommen noch einig Elefanten zu sehen. Vor uns regnet es, endlich.

Wir nehmen die nördliche Route nach Kasane, denn ein Ranger sagte uns, dass Chobe-Zentral im Moment zu heiß und zu trocken sei, so dass die Tiere an den künstlichen Wasserlöchern bei Savuti sind. Um 7:40 Uhr erreichen wir Chobe Forest Reserve. Km 10354 Unterwegs nehmen wir unser spätes Frühstück direkt an der Piste ein. Wir versuchen mit unseren zwei Autos einen kleinen Schutz vor angriffslustigen Geschöpfen herzustellen. Es gibt mal wieder Bohnen mit Thunfisch. Über das Satellitentelefon erfahren wir, dass in Deutschland der erste Schnee gefallen ist. Danach erleben wir extreme Sandpiste in Richtung Kasane. Beim Wiedereintritt in den Chobe-Park bei Kachekabwe dann Schotterpiste. Km 10435 Um 12:15 Uhr treffen wir im Ihaha-Campsite ein. (S 17°50.369, E 24°52.576) Wir kriegen Platz 10 zugewiesen, der schönste. Man kann weite Teile des Caprivi-Zipfels einsehen.

Für uns ist heute mit 42°C der heißeste Tag, in der Sonne ist es kaum zum Aushalten. In der Nähe des Camps sind viele Tiere unterwegs, denn alle wollen abends im Zambesi-Fluß ihren Durst stillen. Schließlich kommt der lang ersehnte Regen, der sich zu einem Gewitter ausweitet. Wir sind gut vorbereitet, zwischen den Autos haben wir ein Tap gespannt und können so im Trockenen essen. Temperatur 25°C Duschen und Toiletten sind sehr sauber.

Freitag 19.11.99 Heute schlafen wir etwas länger bis 7:30 Uhr. Es regnet noch immer leicht bei 26°C. Bald nach unserem Aufstehen hört der Regen schließlich auf. Nach dem Frühstück werden die Autos erst mal aufgeräumt und neu gepackt. Abfahrt 11:20 Uhr km 10546 Es dauert nicht lange, da kommt die Sonne wieder durch und durch die hohe Luftfeuchtigkeit wird es schwül. Auf unserem Weg nach Kasane tröpfelt es die ganze Zeit. Unterwegs sehen wir jede Menge Elefanten und Flusspferde.

Gegen 14:30 erreichen wir Kasane. Km 10607 Und der Sprit hat gelangt. Nun geht es als erstes zum Tanken (S 17° 48.165, E 25° 08.941) und dann nach Zimbabwe. Nach nur 15 Kilometern erreichen wir den Grenzübergang. Die Kosten betragen 30 $ pro Person. Es geht weiter Richtung Victoria-Falls. Zur Einstimmung gehen wir zum Nachmittagstee ins Victoria-Falls Hotel (S 17° 55.677, E 25° 50.195), schön gelegen und großartiger Aussicht auf der Terrasse. Man kann die Gicht der Fälle sehen, sowie die Grenzbrücke nach Sambia, an der Bungee-Sprünge in den darunterliegenden Zambesi veranstaltet werden. Nach einigen kühlen Zambesibier entschließen wir uns auch die Nacht im Hotel zu verbringen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Nach dem Abendessen geht´s mit den schwarzen Hühnern steppen. Meine Magenprobleme bringen mich früher als mir lieb ist ins Hotel, die anderen trudeln im Morgengrauen ein. So haben die meisten nur wenig von unseren teuren Übernachtung, da sie auch das Frühstück verpassen.

Samstag 20.11.99 Der Vormittag ist leicht verregnet. So nach und nach stehen die Nachtfalken auf. Schließlich merken wir das die Check-out-Zeit schon längs überschritten ist. Wir starten gegen 13:00 Uhr bei 32°C. Doch bei einem Auto ist die Batterie leer, da der Kühlschrank die ganze Zeit gelaufen ist. Wegen der Wegfahrsperre hilft auch Anziehen nichts. Ein Hotelangestellter besorgt uns ein Überbrückungskabel. Anschließend fährt Oli ein paar Meter um die Batterie aufzuladen. Dann geht´s endlich zu den Vic-Falls. Kosten pro Person 385 Simb. $ ~ 20 DM.

Sie sind mit 100 m die tiefsten Wasserfälle der Welt. Man merkt sofort die hohe Luftfeuchtigkeit an den Fällen. Da der Zambesi zur Zeit Niedrigwasser hat, sind leider nicht alle Kanten überspült, trotzdem fantastisch. Anschließend geht es an diversen Händlern vorbei zum Nachmittagstee ins Vic-Falls Hotel. Nach einem kurzen Regenschauer gehen wir noch einkaufen und fahren dann zu unserem Campingplatz im Norden (S 17° 55.137, E 25° 50.269). Bei einem bewölkten Himmel trinken wir noch ein paar Bierchen und danach ins Dachzelt.

Sonntag 21.11.99 Die Sonne scheint. 25°C. Beim morgentlichen Lesen im Reiseführer finde ich eine treffende Zeile: "Wenn Sie es auf der Reise wie zuhause haben wollen, dann verschwenden Sie ihr Geld nicht fürs Reisen - bleiben Sie daheim". Km 10726 Wir starten gegen 9:50 Uhr vom Campingplatz, gehen noch mal einkaufen, soweit es am Sonntag möglich ist und frühstücken Sandwiches in einem Fast Food Restaurant. Anschließend starten wir wieder Richtung Botswana und erreichen den Grenzübergang Kazungula um 12:30 Uhr.

Nun geht es in südlicher Richtung nach Nata bei gepflegten 38°C. Unterwegs erwischen wir einige Regengewitter, die aber nur unmerklich die Luft abkühlen. Nach knapp 2 Stunden sind wir in Nata km 11120 (S 20°12.825, E 26°11.212). 10 km hinter Nata finden wir unsere nächste Übernachtungsmöglichkeit, die Nata-Lodge mit Campingplatz. Schön gelegen, nach dem Abendmahl hauen wir uns früh in die Koje.

Montag 22.11.99 Die Sonne scheint mal wieder bei 26°C. Nach dem Aufwachen bemerke ich zwei Moskitos in unserem Dachzelt, die ich dann auch gleich erlege. Leider ist eine davon mit Blut voll, nun kommen die ersten Gedanken an Malaria. Es heißt abwarten, wie sich nach dem Urlaub herausstellt war zum Glück die Angst jedoch unbegründet. Nach dem Frühstück in der Lodge brechen wir in Richtung Gaborone auf, das wir um 18:00 Uhr nach 660km erreichen.

Unterwegs fahre ich noch in eine Radarfalle mit 114 km/h bei nur erlaubten 80. Anscheinend wollen die Polizisten nur Einheimische erwischen, denn nach einem kurzen Gespräch dürfen wir weiterfahren, normal wären 200 Pula fällig gewesen. Nach Gaborone fahren wir gleich weiter zur nahen Grenze nach Tlokweng (S 24° 42.486, E 26° 05.771). Mit einem wunderschönen Sonnenuntergang lassen wir den Grenzübergang hinter uns. Dann geht es 100km nach Süden bis Zeerust in die Tholo-Lodge. Hier ist die Übernachtung in 2 - 4 Bett Zimmern möglich, Kosten zwischen 90 und 100 Rand pro Person. Große Auswahl gibt es beim Abendessen nicht, aber es schmeckt uns in Verbindung mit ein paar Bier gut. Seit langem mal wieder ein Bett unterm Rücken.

Dienstag 23.11.99 Auch bei unserem letzten Tag in Afrika lacht uns am Morgen die Sonne bei gepflegten 30°C entgegen. Wecken ist um 8:00 Uhr. Wir sind ganz überrascht als uns das Frühstück ans Bett gebracht wird. Nach einer erfrischenden Dusche verlassen wir unsere Unterkunft und machen uns auf den Weg nach Pretoria. Km 11891 Unterwegs machen wir noch eine Pause und kaufen einige Souvenirs an den unzähligen Ständen am Straßenrand. Bei Antoinette in Pretoria treffen wir um 14:30 Uhr ein, es ist leicht bewölkt aber immer noch 33°C.

Abschlusskilometerstand 12200 Das heißt wir haben in knapp 14 Tagen 3.600 Kilometer zurückgelegt. Nun heißt es alles raus aus dem Auto, sortieren und wieder neu für den Rückflug packen. Unterdessen bringen Antoinette, Achim und Frank die Mietwagen weg. Wir sind alle rundum glücklich über diese Weicheiertour, alles ist gut gelaufen, keine größeren Pannen gehabt, alle unverletzt.

Zum krönenden Abschluß gehen wir in Johannisburg richtig gut essen. Danach heißt es von Antoinette Abschied nehmen und ab in den Flieger.

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