Vogesen Familientour mit Tour Off Road vom 6.8.-9.8.98

             

Da wir, das sind: Karsten 6J ; Patrick 9J ; Ulrike und Werner die Reise über den Jeep Club Deutschland e.V. gebucht hatten, stand für uns fest: "Es wird mit dem Wrangler gefahren". Zudem versprach das Wetter sehr sonnig zu werden. Also keine Chance den Familienzuwachs, einen Landrover Defender 110, im Gelände zu testen. Das Gepäck für ein verlängertes Outdoor-Wochenende mit Familie, liess sich dank hinreichender Erfahrung und der Tatsache das vieles von Tour Off Road gestellt wurde, nach einigen Versuchen im und am Wrangler verstauen.

Mittwoch: Vortag

Da die Anreise in die Vogesen von Köln aus ca. 450 km beträgt, hatten wir den Start auf den 5.8.98 gelegt, um in aller Ruhe und in einer vom Veranstalter abweichenden Route durch die Vogesen, das Ziel, die Erlebnisdomäne zu erreichen.

So kam es, dass wir als letzte von 4 Familien am frühen Abend in der Erlebnisdomäne ankamen. Die Kinder sprangen aus dem Auto und wurden sofort von den anderen aufgenommen. Wir wurden von den Tourguides Ralf und Alexander begrüsst. Dann waren da noch Kurt und Brigitte mit den Kindern Anna, Jonas und Jakob in einem Landrover Disco. Kurt war in der Erprobungsphase zum Tourguide. Sowie Peter und Monika mit den Kindern Ines und Jakob im Landrover Disco und last but not least Theo und Petra mit den Kindern Michael und Robin im Jeep Cherokee. Kurt erwies sich als idealer Kinderbetreuer, denn wir haben die Kinder erst viel später wiedergesehen. Kurt hatte alle Kinder hervorragend vorbereitet auf die Dinge die sie in den kommenden Tagen erwarten sollten. Anschliessend gab es für alle ein reichhaltiges Abendbrot und die Zimmer wurden bezogen. Alternativ hätten wir auch in einem Zelt schlafen können, aber da das Programm einige Übernachtungen im Freien vorsah, entschieden sich alle, die urgemütlichen Zimmer zu wählen. Als die Kinder zu Bett gebracht waren, klang der Abend am Kaminfeuer mit einer geselligen Runde aus. Hierbei hatte man ganz zwanglos die Gelegenheit sich kennenzulernen. Dabei gaben unsere Tourguides Ralf und Alexander eine Vorschau auf die kommenden Ereignisse. Es gab für jeden die Möglichkeit das ein oder andere zu variieren. Keine langen Autofahrten, wegen der Kinder, einen Abstecher in den Badesee in Gerardmer, mehr Fahrten im Gelände usw. Alle fanden es schön, dass nicht ein starrer Ereignisrahmen gesetzt wurde und bald waren wir uns einig wie das Wochenende ablaufen sollte. Schlagworte waren: Roadbookfahrt ,Sommerrodelbahn, Flying Fox (die Kinder bekamen gar nicht genug davon ),Klettern, Übernachtung der Kinder im Langhaus mit Stockbrotbacken, Leichtes Gelände mit GPS erfahren, schweres Gelände überwinden, Übernachtung im Wald ,+,+,+ Irgendwann war dann auch der mitgebrachte Rotwein alle und wir gingen zu Bett.

Donnerstag: 1.Tag

Nach einem ausgiebigen Frühstück das von Brigitte unserer guten Fee gezaubert wurde, während wir noch bei der Morgentoilette waren, ging es endlich los. Bei tollem Sommerwetter ohne eine Wolke am Himmel war klar "Verdeck auf und Türen raus", das blieb dann das ganze Wochenende so. Das heisst es gab da ein Problem in meiner Planung. Ich hatte mir gedacht, dass ich fahre und Ulrike fotografiert. Da Ulrikes fotografisches Talent grösser ist als meines, freute ich mich schon auf die Geländefahrten. Doch sie wollte auch Action, also einigten wir uns auf ausgewogene Abwechslung. Falls Ihr solch eine Reise plant, klärt das vorher, auch dann, wenn eure Partnerin noch so skeptisch ist oder am Fahren uninteressiert tut. Wir verdanken trotzdem die meisten beigefügten Fotos Ulrike. Noch einmal Dank an dieser Stelle. Nun zum ersten Programmpunkt : Roadbookfahren. Nach einer ausführlichen Einweisung für alle, bekamen wir das Roadbook und starteten im 10min Takt. Letzter Check am 6. Symbol von Alexander und Ralf. Und da alle diesen Punkt gefunden hatten, konnte es nun alleine weiter gehen. Das Ziel die Sommerrodelbahn wurde nach einer herrlichen Fahrt durch die Vogesen, teils On-. teils Offroad von allen gefunden. Hier mussten wir dann doch länger als vorgesehen bleiben, weil die Kinder immer noch mal fahren wollten. Zurück ging es wieder mit Roadbook, diesmal wurde es jedoch etwas schwieriger und die Offroadstellen kniffliger. Aber es führte uns schliesslich doch alle zurück zu unserer Erlebnisdomäne.

Während die Erwachsenen ihre Tour Erlebnisse zum Besten gaben, wurden die Kinder von Kurt auf den Flying Fox (Drahtseilrutschbahn) eingewiesen, was sich für die am nächsten Tag anstehende Klettertour als gute Übung erwies. Nach dem Abendessen hiess es für die Kinder die wollten, Rucksack packen, dabei waren auch die sich etwas zurückhaltenden Kinder mit Feuereifer bei der Sache. Die Kinder zogen mit Alexander, Ralf und Kurt in den Wald um dort beim Langhaus ein Lagerfeuer für Stockbrot zu entfachen und anschliessend dort zu nächtigen. Welche Mühsal das bereitete, konnten alle nachvollziehen, da Kurt auf indianische Weise Feuer zu machen versuchte. Zippo oder Streichhölzer lehnte er kategorisch ab. Zumindest in der ersten Stunde. Einige Eltern bekamen ein wenig Sehnsucht und machten sich daher auf zu den Kids, um zu schauen was die da wohl machen.

Monika hatte im Dunklen noch eine Spezialität auf Lager: "Feuerspucken", das sah im dunklen Wald fantastisch aus.

Wie aber jetzt in der Dunkelheit den Weg zurück finden? Also ehrlich, ohne Ralf hätten wir Erwachsenen das niemals mehr gefunden.

Freitag: 2.Tag Am nächsten Morgen bot sich allen, die früh genug aufgestanden waren, ein schöner Anblick. Die Kinder traten im Morgengrauen im Gänsemarsch mit Rucksack und Gerödel aus dem Wald auf die Lichtung, die zur Erlebnisdomäne gehört. Auch jetzt gab es beim Frühstück viel zu erzählen. Nach dem Mittagessen stand fahren nach GPS, und am Ziel, klettern auf dem Programm. Das mit dem GPS erwies sich als recht schwierig. Wir hatten einen Kontrollpunkt übersehen und uns so richtig verfahren. Was mich zum ausgedehnten fluchen auf die moderne Technik veranlasste. Aber zum Glück hatten wir alle ja ein Funkgerät bekommen, so dass Alexander uns abholen und zum Ziel führen konnte, wo der Wrangler schon vermisst wurde. Hier gab es einen stärkenden Eintopf und dann sollte es hinauf zum Kletterfelsen gehen. Also die Vogesen sind so gesehen ganz schön hoch. Das merkt man in 600m ü.NN auf einem Felsbrocken dessen Steilwände noch ca. 20 m den Gipfel erhöhen. Hier sollte als erstes das Abseilen geübt werden. "Denn", so unsere Guides: "runter muß man immer". Es blieb jedem freigestellt ob er das tun wollte, aber allen die es taten, hat es sehr gut gefallen. Obwohl es eine grosse Überwindung ist, sich dort oben rücklings, nur an ein Seil gebunden, hinab wagt. Hier bleibt zu erwähnen das Karsten mit seinen 6 Jahren den meisten Mut bewies und sich genüsslich hinab gleiten liess. Peter erwies sich als Naturtalent im Klettern, schaffte er es doch auf Anhieb, diesen Felsen zu erklettern, ohne dies vorher je geübt zu haben. Nach diesen Strapazen wollte die Mehrheit zum Baden an den See, allen voran die Kinder. Das war allerdings nicht so nach meinem Geschmack, ich wollte doch Off Road fahren. Auch dies kein Problem für Alex und Ralf. Ralf begleitete die Badegäste. Alex zog mit mir in schweres Gelände. Dass auch an diesem Abend eine Menge gefachsimpelt wurde versteht sich von selbst.

Samstag: 3.Tag Morgens beschlossen wir die nächste Tour so zu planen, dass wir eine Übernachtung im Freien machen konnten. Da es diesmal durch richtig kerniges Gelände gehen sollte, musste alles in den Wagen verstaut werden, weil der zur Verfügung stehende Versorgungswagen da nicht durchkommen konnte. Dies bedeutete für mich, tief in die Trickkiste zu greifen um alles im Wrangler unterzubringen. Zelte, Kochutensilien, Bergegeräte usw. hiess es zu verstauen. Die Etappe erreichte "Cameltrophyniveau". Wir brauchten für wenige Kilometer auf ausgewaschenen Gehwegen über 5 Stunden. Alle paar hundert Meter hiess es den Weg von riesigen Felsbrocken oder tiefsten Furchen zu befreien, Bäume aus dem Weg zu räumen und Schlammlöcher zu durchqueren. Wir waren dabei schon so gut aufeinander eingespielt, das diese Etappe ohne den geringsten Schaden für Mensch und Material gemeistert wurde. Hierfür nochmals Dank an Alex und Ralf. Nachtquartier und Abendessen waren schon Routine. Lagerfeuerromantik pur. Es fehlte..., ja wir hatten leider den Rotwein vergessen. Also drehte sich alles um Achsverschränkung, Differentialsperren, Motordrehmoment, Bodenfreiheit, Fahrwerkshöherlegung und die Frage Jeep oder Landy? Wir wurden uns, wie gesagt mangels Rotwein, nicht einig. An dieser Stelle könnte die Tour noch verbessert werden.

Sonntag: 4.Tag Morgendämmerung, ein heruntergebranntes Lagerfeuer und daneben Alex und Ralf schlafend nach Western Art. War das hier schon Marlboro Country ? Zum Frühstück gab es nur Kaffee und dann Aufbruch zurück. Diesmal eine etwas bessere Piste, denn die Zeit drängte, wir hatten schon den letzten Tag im Anbruch und noch viel Programm. Abschlusstrophy mit Bogenschiessen, Kompassorientierungslauf durch den Wald, Überqueren eines Sees mit Flying Fox, um dann im Claim einen Schatz zu suchen. Dies war ganz klar toll für die Kinder, zumal der gefundene Schatz mit dem Fluch belastet war, dass "wer ihn findet und nicht teilt, ein Unglück ereilt". Also wurde der Schatz unter den Kindern gerecht verteilt. Welcher Schatz wird nicht verraten, da müsst Ihr schon selber einen suchen. Nun ging unsere Zeit in den Vogesen zu Ende. Da wir zurück nach Köln mussten, brachen wir am frühen Nachmittag auf. Wer wollte, konnte auch bis abends bleiben. Es gab lange Verabschiedungszenen mit Adressenaustausch und der Zusage bei der nächsten Tour Bescheid zu geben, um nach Möglichkeit in dieser Konstellation zusammen zu kommen. Wie heisst es da irgendwo im Katalog von Tour-Off-Road: "Man kann süchtig werden"! Ich kann das nur bejahen. Zum Glück ist von dieser Sucht jetzt die ganze Familie befallen. Also, sobald wir wieder Ferien haben nehmen wir bestimmt die Transpyrenäen oder doch besser die Transcarpat unter die Räder. Der Landy will ja auch mal von der Strasse.

Epilog: Zuhause angekommen bleibt nur noch, unter Kopfschütteln der Nachbarschaft, ein ausgedehnter Hochdruckreinigereinsatz um einige Kilo Vogesen vom Wrangler zu spülen und ihm wieder ein Strassenoutfit zu geben. Wobei mir bei dem einen oder anderen Schlammbrocken noch mal in Erinnerung kommt wie er an den Wagen kam. Bei Jeepern gehört so etwas zur artgerechten Haltung eines Jeeps.

Werner

             
TOUR Off Road ist eine Marke der TOUR Extrem Training & Event GmbH, Wellinger Sraße 26, D-73061 Ebersbach

Fon: +49(0)7163-530586 - Fax: +49(0)7163-530587 - Mail: info@tour-off-road.de