TOUR Off Road Libyen-Tour vom 16.12.2000 - 6.1.2001

             

16.12.2000 Unsere Anreise nach Genua beginnt um 3:00 Uhr morgens. Zusammen mit unserem Tourguide Weilo fahren wir Richtung Süden, unterwegs wird noch das GPS montiert. Da ich vorher 3 Stunden geschlafen habe, übernehme ich den fahrerischen Teil. Weilo fährt irgendwann vor und holt noch den zweiten Tourguide Peter ab, während wir weiter in die Schweiz fahren, wo wir an einer Raststätte unsere Freunde mit Hund treffen, die mit ihrem Chevy Blazer schon früher gestartet waren. Danach geht es in Kolonne weiter, schließlich holen uns auch noch die Guides ein und fahren dann durch schneebedeckte Landschaft und fast sommerliche Wiesen nach Italien. Um 13:00 Uhr erreichen wir Genua. Die Warteschlange der Fähre ist lang, sie wird noch entladen. Von einem großen Platz müssen alle durch ein Nadelöhr, um auf die Fähre zu fahren. Nachdem das Auto geparkt ist, geht es auf Zimmersuche. Klein, aber fein. Mit knapp zweistündiger Verspätung legen wir ab, das letzte Handygespräch wird noch abgewickelt. Nach dem Abendessen machen wir noch einen kleinen Verdauungsspaziergang auf Deck, die See ist etwas rau, man glaubt betrunken zu sein, denn der Gang ist nur in Kurven zu bewältigen. Alle sind doch von der Anreise etwas bis sehr müde, so dass fast alle um 22:00 Uhr in der Koje liegen.

17.12.2000 Am Morgen ist die See wieder ruhig. Nach Frühstück und frühem Mittagessen legen wir um 14:30 in Tunis an. Wir stehen ziemlich weit hinten, es dauert bis wir das Schiff verlassen, doch dann geht's einigermaßen schnell, unsere Reihe läuft gut. Erst zur Polizei und dann durch den Zoll. Man kommt sich vor wie auf einem Basar, der Zöllner muß gut gelaunt sein, dann kriegst du seine Unterschrift. Im Anschluß sehen sich unsere Reisepässe und Papiere noch weitere 3 Personen, mehr oder weniger als Zöllner gekleidet, an. Nun können wir den Hafen zur nächsten Tankstelle verlassen und machen unsere Tanks für ca. 60 Pfennig pro Liter voll. Nachdem wir alle komplett sind, fahren wir nach Süden bis Kairouan, wo wir unser Abendessen einnehmen. Um 21:00 Uhr ist hier noch jede Menge los. Zurück an den Autos verabschieden wir uns von denen, die nach Algerien in Richtung Westen fahren, während wir noch ca. 110 Kilometer nach Süden zu unserem ersten Campplatz fahren.

18.12.2000 Die Nacht war frisch gewesen, nur 6°C am Morgen. Nach dem Frühstück brechen wir um 9:00 Uhr gen Libyen auf. In Ghabes machen wir kurz Halt, einige kaufen sich hier Lammfelle. In der letzten Stadt vor der Grenze tauschen wir noch Geld. Es dauert nicht lange, da handelt Peter mit 8 Tunesiern um den Wechselkurs. Nach einer Viertelstunde hat er unser Geld in libysche Dinar getauscht und wir setzen unsere Fahrt fort, passieren noch 4 Polizeisperren und erreichen schließlich die Grenze. Als erstes kommt die der Tunesier. Nun heißt es wieder ausfüllen diverser Formulare und warten auf die Bearbeitung, dann geht's zur Libyschen Grenze. Das Spiel ohne Grenzen kann weiter gehen. Als erstes Zwangsumtausch von 120 DM (Weilo berichtet, dass vor 2 Monaten noch 150 DM fällig waren), nächste Etappe ist die Autoversicherung, danach Carnet de Passage, wo noch mal 90 DM zu zahlen sind, überall sind Formulare auszufüllen. Mit all den neuen Unterlagen geht es zurück zum ersten Schalter, dort kriegen wir ein neues Formular und Geld und können nun unsere libyschen Autokennzeichen abholen, was natürlich nicht ohne Papierkrieg abgeht. Fertig, zum Glück wussten unsere Tourguides diese Vorgehensweise, so konnten wir uns einiges an Zeit einsparen. Unser Pech war das immer noch Ramadan herrschte und nicht alle vor Sonnenuntergang fertig waren. Kaum waren die letzten Sonnenstrahlen weg, hieß es Pause für 1,5 Stunden. So zogen wir unser Abendessen ebenfalls vor. Nachdem alle ihre Schilder hatten und ans Auto montiert haben, ging es zu einem letzten Posten, wo wir uns für Libyen registrieren mussten. Nun konnte das Abenteuer Mandara Magic beginnen. Unsere Fahrt ging östlich nach Zuwarah, hier konnten wir für lächerliche 12 Pfennig pro Liter tanken. Da macht tanken noch richtig Spaß. Nur wenige Kilometer südlich schlagen wir unser Camp auf, eine schnelle Suppe noch und dann ins Bett.

19.12.2000 Die Nacht war nicht so kalt, gut geschlafen. Und zum ersten Mal werden wir mit der Wüstentoilette konfrontiert, klappt gut. Der morgendliche Nebel verzieht sich schnell. Unser Tagesziel heißt Ghadamis. Die Landschaft ist weitläufig, sandiger Boden bedeckt mit Sträuchern und grasähnlichen Büscheln. Hier sehen wir unsere ersten Kamele. Die weiteren Begleiter auf der endlos langen, geraden Asphaltstraße sind lediglich die Strommasten, in weiter Ferne kann man das Hochplateau erkennen, das wir in nächsten Tagen befahren werden. An der ersten T-Kreuzung des Tages fahren wir westlich nach Nalut, das wir zum Mittag erreichen. Es liegt 666m hoch, so kann man wunderbar das Hochplateau sehen. Bei angenehmen 15°C geht es weiter südlich nach Dari, wo wir alle noch mal voll tanken. Ohne große Pause fahren wir nun gen Westen. 40 km vor Ghadamis biegen wir rechts von der Straße ab und suchen uns ein Nachtlager. In der Dämmerung erreichen wir unser Lager, ein Tümpel umrundet von Dünen. Nach dem Abendessen lauschen wir noch den Erzählungen unseres Reiseleiters Weilo, bei denen wir herzhaft lachen können. Die Nacht ist mit 8°C angenehm warm.

20.12.2000 Unser trockenes Zelt bestätigt die warme Nacht. Marc hat viel geträumt, von einem lauten Aua bis zu mehreren Regenfällen. Naja, das wird schon wieder. Nach dem Frühstück und der ersten Rasur in freier Wildbahn fahren wir nach Ghadamis, um uns dort die Altstadt anzusehen. Die zweistündige Tour durch die Altstadt ist sehr interessant, denn vor 40 Jahren siedelten 6000 Menschen aus der Altstadt in das neu erbaute Ghadamis. So viele Gänge und Plätze, dass man auch mit gutem Orientierungssinn irgendwann den Durchblick verliert. Dank unseres englisch- sprechenden Führers, der auch in der Altstadt geboren wurde, ist das alles kein Problem. Schließlich verlassen wir nach kurzem Einkauf und tanken wieder Ghadamis in Richtung Dari. Hinter Dari biegen wir rechts ein und verlassen nun Asphaltstraßen. Den Autos wird alles abverlangt, denn der Untergrund ist sehr steinig. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir unser Camp, in allen Himmelsrichtungen nichts zu sehen. Trotz Wüste haben wir Holz zum Grillen aufgetrieben. Und als Besonderheit gibt es Pommes und Spieße zum Essen, nicht schlecht.

21.12.2000 Die Blase drückt, ich muss aufstehen und habe Glück, denn ich kann einen herrlichen Sonnenaufgang am Horizont erleben. Es ist durch den Wind immer noch sehr frisch, wie am Vorabend. Der heutige Pistentag besteht vorwiegend aus Steinwüste. Anfangs sehr steinig, so dass man nur 20 km/h fahren kann, nach einigen Kilometern wird es besser. Unseren Mittag machen wir irgendwo unterwegs, in allen Richtungen nichts zu sehen. Einsamkeit, nur der Wind ist immer da. 18°C. Den Rest des Tages wird die Geschwindigkeit langsam bis 80 km/h hoch geschraubt, denn die Piste ist weniger steinig, so dass dieses Tempo auch zu fahren ist. Schließlich erreichen wir eine Pipelinepiste, der wir südlich folgen. Nach einigen Kilometern verlassen wir das Hochplateau. Südwestlich von Awaynat Whin schlagen wir unser erstes Camp auf Sand auf, so können wir schon ein wenig Sandfahren üben.

22.12.2000 Der Morgen ist kalt, ich ziehe zum ersten Mal Mütze und Handschuhe an. Nachdem Oli seine Sprit und Anlasserprobleme behoben hat geht unser Abenteuer Desert los. Anfangs ist man noch unsicher, aber mit jedem Meter gewinnt man an Sanderfahrung. Es dauert nicht lange, da habe ich mich das erste Mal festgefahren, doch das gehört einfach dazu und ich bleibe auch nicht der einzige. Unseren Mittag verlegen wir auf eine große Düne, ziemlich weit oben, so haben wir einen herrlichen Ausblick. Unser Ziel ist Idri. Unterwegs muss aus unseren Kanistern getankt werden. Zum Alltag in den Dünen gehört auch das Rumdrehen und sich einen neuen Weg suchen, wenn man nicht weiter kommt. In Idri müssen wir uns bei der Polizei melden, anschließend tanken wir alles wieder voll und kaufen auch noch ein paar Kleinigkeiten ein. Unser Camp liegt nicht weit von Idri entfernt, doch unterwegs reißt unsere Wagenkette ab, die beiden letzten Fahrzeuge haben den Anschluß verpasst. Auf einer hohen Düne können wir den Funkkontakt wiederherstellen und erfahren so den Weg zum Camp. Diesmal ist es nicht so windig und dementsprechend nicht so kalt wie am Vorabend. Als Tagesabschluß gibt es ein großes Palmenwedelfeuer.

23.12.2000 Die Nacht war sehr angenehm. Nach dem Frühstück gibt es eine theoretische Einweisung ins Dünenfahren. Dann kann´s losgehen. Das ist genau das was ich mir vorgestellt habe, Sand ohne Ende, mehrmals festfahren, sich freibuddeln, aber doch gut voran kommen. Unser Mittagsplatz liegt auf einem Dünenkamm, die Temperatur beträgt 18°C. Danach schlagen wir uns weiter den Weg durch den Sand, der Weg der nicht vorbestimmt ist, sondern gesucht werden muss. Luftlinie sind wir nur 6,5km von unserem Camp entfernt, doch dazwischen liegen eine Vielzahl von Dünen, die uns nur schlangenmäßig vorankommen lassen. Doch dann passiert das, was niemand braucht, der Toyo der Reiseleiter kippt an einem steilen Dünenhang bei einer Erkundungsfahrt um und kommt nach anderthalb Umdrehungen auf der Seite liegend zum Stehen. Den beiden ist zum Glück nichts passiert. Am Auto ist eine Seitenscheibe zerbrochen, die Windschutzscheibe an einer Ecke gerissen, der Dachgepäckträger hat einiges abgefangen, einige Beulen in der Karosserie und ein angekratztes Ego des Fahrers. Nun heißt es Wagen ausräumen und anschließend das Auto über eine hohe Düne mit einer Winde wieder aufrichten. Nun muss der Motor auf Vordermann gebracht werden, da das Motoröl überall hingelaufen ist. Luftfilter und Glühkerzen raus und dann das restliche Öl in den Zylindern per Anlasser rausdrücken. Danach alles wieder zusammenbauen, Öl nachfüllen und der Motor läuft wieder, zwar noch etwas unrund aber mit der Zeit immer besser. Das Abendessen wird einfach gehalten, Gemüseeintopf. Im Hintergrund läuft zum Relaxen ein bisschen Bob Marley.

24.12.2000 Zum Frühstück gibt es heute Omelett. Wir lassen den Morgen langsam angehen. Ich mache mich auf zu einem Morgenspaziergang hoch auf die Dünenkämme, so kann ich auch gleich unseren Ansatz für die heutige Dünenüberquerung erkundschaften. Auch der neue Dünentag beinhaltet festfahren und wieder freischaufeln. In einem Tal fahren wir einige Kilometer entlang und erreichen unseren Mittagsplatz, idyllisch unter Palmen. Bis dahin haben wir etwa 15 km Strecke zurück gelegt. Nach der Pause das gleiche Spiel, wieder müssen wir eine Hauptdüne nach Süden überqueren. Im nächsten Tal fahren wir wieder ein paar Kilometer bis wir uns über die nächste Düne schlagen. Das erweist sich als schwierig, aber all das macht Spaß. Nach einigen Erkundungsfahrten reißt beim Chevy ein Kreuzgelenk. So wird beschlossen in der Hälfte der Düne unser Camp aufzuschlagen. Kurz vor dem Camp kommt der 110er in gefährliche Schräglage, doch mit Sicherung am Dachgepäckträger schafft er es rückwärts aus dieser brenzligen Situation. Gleichzeitig wird mit dem Ausbau des Kreuzgelenks begonnen und ein neues eingebaut und erfolgreich abgeschlossen. Danach gibt es erst mal ein Feierabendbierchen. Das Abendessen am heiligen Abend ist göttlich, Gulasch mit Knödeln und Rotkraut. Im Anschluß wird das Lagerfeuer angemacht und brennt bis tief in die Nacht, ein ganz anderer aber schöner Weihnachtsabend.

25.12.2000 Die Sonne kommt nicht durch die Wolken, aber trotzdem warm. Auch diese Tagestour beginnt mit Festfahrmanöver, eine Stunde später ist das zweite Kreuzgelenk vom Chevy kaputt und wird mit einer gewissen Routine zügig repariert. Schließlich erreichen wir das südliche Ende der Dünen kurz vor Ubari und erhöhen dort wieder den Reifenluftdruck mittels Kompressor. In Ubari müssen wir für 8 Tage einkaufen. Nach dem Einkauf trennen sich die Wege des Chevys und dem Rest, denn Oli und Peter müssen irgendwie Kreuzgelenke besorgen, wenn nicht hier dann in Germa. Der Rest fährt hinter Germa wieder in die Dünen ein in Richtung Mandara-Seen, die wir auch bald erreichen. Dort halten wir uns nicht lange auf und fahren weiter zum Um-el-Ma (See). Dieser ist schöner als der Mandara, da er mehr Wasser hat und von mehr Palmen umgeben ist. Am Campingplatz angekommen, entdecken wir in der Schaufel ein optimales Rutschwerkzeug an einer Düne. Es dauert nicht lange, da kommt Weilo auf die Idee die Schaufel mit einem Bergegurt an den Dachgepäckträger des Toyos zu binden. Und das macht richtig Spaß, jeder kommt mal dran. Und schließlich kommt noch eine zweite Schaufel dazu. Kurz nach dem Abendessen kommen Oli und Peter zurück, leider ohne neues Kreuzgelenk.

26.12.2000 Ein verhältnismäßig warmer Morgen. Wir lassen uns viel Zeit beim Frühstück. Der Chevy macht wieder Probleme, er springt nicht an. Nach mehreren Reparaturver- suchen und eine halbe Stunde später geht es wieder zurück nach Germa zu einem Campingplatz, an dem wir nach 9 Tagen endlich wieder mal duschen können, herrlich. Anschließend gibt es noch ein Mittagessen bevor wir uns noch mal aufmachen, um die Tanks zu füllen. Kaum zurück, sind auch schon die ersten Schmuckhändler da und die große Feilscherei kann beginnen. Unsere Zelte schlagen wir auf dem Campingplatz auf und schließen unseren Tag mit einigen genüsslichen Zügen an der Wasserpfeife, die wir als Willkommensgruß auf den Tisch gestellt bekommen.

27.12.2000 Diese Nacht schlief Weilo bei uns im Zelt, wie Ölsardinen lagen wir da. Doch der Heizwert von drei Personen in einem kleinen Zelt ist enorm. Direkt nach dem Campingplatz schneiden wir uns noch einige Äste fürs nächste Lagerfeuer ab und packen sie auf den Chevy. Unsere Fahrt führt uns nach Südosten in Richtung Waw-an-Namus. Unterwegs sieht man außer den Strommasten viele große Bewässerungsfelder, auf denen Getreide angebaut wird. Unseren Mittag machen wir kurz hinter Zuwaylah. In nächsten Ort Tmissah tanken wir alle noch mal auf. An der Tankstelle holt sich der Mercedes einen Plattfuß. Der Ersatzreifen wird montiert, während Weilo mit dem kaputten Reifen gleich ins Dorf fährt und ihn reparieren lässt, für nur 3 Dinar. Direkt hinter Tmissah endet auch die Asphaltstraße, nun ist wieder Piste angesagt. Es dauert nicht lange, da fahren wir uns mit vollem Luftdruck fest. Die Fahrt geht dann weiter nach Südosten, bis wir uns fast alle gleichzeitig in tiefem Sand festfahren. Nun heißt es erst mal Luft ablassen, freischaufeln und zum ersten Mal kommen die Sandbleche zum Einsatz, ein Fahrzeug nach dem anderen. Nach dem alle aus dem Sand befreit sind, ist die Sonne auch schon untergegangen. So schlagen wir unser Camp direkt nach dieser Tiefsandpassage auf.

28.12.2000 Der Morgen ist sehr windig. Beim Abbau fliegt uns das Innenzelt weg. Nach dem alles verstaut ist, nehmen wir den Weg Richtung Süden auf. Sehr schlecht zu fahren, da man ständig Querrillen überfahren muß. Die Tourguides beschließen die westliche Piste zu erreichen. Doch auch hier ist es kein Zuckerschlecken. Sehr steinig, so dass man im Auto nicht ruhig sitzen kann. Nach 50 km werfe ich die Frage auf, ob die Mehrheit fürs Weiterfahren ist. Und sie ist es. So bezwingen wir die restlichen 150 km, die Piste wird später auch besser. Wir erreichen den Vulkan in der Dämmerung. Nach kurzer Besichtigung suchen wir uns einen Campplatz auf der gegenüberliegenden Seite. Es ist sehr windig, so dass wir alle Zelte an den Autos befestigen und den Zeltrand mit Sand beschweren. Der starke Wind lässt in der Nacht nach.

29.12.2000 Nach dem Zusammenpacken des Camps und der Morgentoilette fahren wir zum äußeren Kraterrand. Einige laufen hinunter zu den Seen, die anderen genießen den Anblick den Wam-an-Namus, überall liegt diese schwarze Vulkanasche. Nachdem wir den Vulkan noch mal halb umrundet haben, treten wir unsere Rückfahrt an, 270 lange Kilometer bis nach Tmissah. Unser abendliches Ziel erreichen wir nicht, da die letzten 20 km der Piste mit Sand überweht ist und wir öfter als uns lieb ist stecken bleiben. Da es schon dunkel geworden ist, schlagen wir unser Camp am Pistenrand auf.

30.12.2000 Die Nacht war sehr kühl. Wir sind froh, dass das Mannschaftszelt uns Schutz vor dem kalten Wind gibt. Beim Mercedes G ist der Frontantrieb ausgefallen, aber er kann ja noch mit dem Heckantrieb fahren. Leider haben sich bei Petra Unterleibsschmerzen eingestellt, Oli vermutet den Blinddarm. Deshalb werden die zwei schnellstmöglich nach Norden fahren und versuchen, falls die Schmerzen bleiben, einen Flieger zu erreichen. In Tmissah tanken wir alle noch mal voll und fahren Richtung Sebha. Petras Schmerzen haben sich Dank einer Tablette etwas gebessert. In Sebha kaufen wir Gebäck und machen Rast, um den weiteren Verlauf der Tour zu besprechen. Peter, Oli und Petra bleiben zurück, um später noch mal nach einem Kreuzgelenk zu fragen. Wir anderen fahren vor und bauen schon mal das Camp auf. Zuvor haben wir in Brak wieder vollgetankt. Da unser Camp ein paar hundert Meter von der Straße entfernt liegt, setzen wir am Straßenrand ein paar zusammen gesuchte Reifen zur Orientierung für die Nachzügler auf.

31.12.2000 Heute morgen müssen mal wieder die Haare gewaschen werden, dringend notwendig. Unsere Tagestour führt uns Richtung Norden nach Tripolis, reine Asphaltstrecke. Bei Ash Shwayrif tanken die anderen noch mal. Dort ist es sehr windig, der feine Sand weht über die Straße. Schon seit Tagen ist die Luft sehr staubig, so dass kein Blick in die Ferne möglich ist. Man könnte meinen ein Sandsturm braut sich zusammen. Unterwegs wird der Wind noch stärker, so dass man stellenweise nur 10m weit sehen kann. Die Farbe der Libyschen Kennzeichen ist durch den Sand abgeschmirgelt worden, es ist nur noch blankes Blech übrig. Unser Silvestercamp liegt ca. 35km südlich der Küste, das wir zwei Stunden nach Sonnenuntergang erreichen. Das Grillen am Lagerfeuer erweist sich als schwierig, da der Wind sehr stark bläst und der Sand an unseren Kamelspießen kleben bleibt. So gibt es nur ein spärliches Silvestermahl. Zu allem Überdruss erstattet uns die Polizei zweimal einen Besuch ab und nimmt unsere Personalien auf. Zum Glück haben einige Alkohol aus Deutschland mitgebracht und so wird es noch ein beschwingtes Silvester in Libyen.

01.01.2001 Mit drei Mann im Zelt war die Nacht sehr warm. Auch der Staub der letzten Tage in der Luft ist mit dem alten Jahr verschwunden. Wir können die Sonne prachtvoll am Himmel sehen. Bei angenehmen 14°C fahren wir nach Sabrata, um uns dort die alte Römerstadt anzusehen. Anschließend fahren wir Richtung Grenze. Zuvor müssen wir noch alles voll tanken, die letzten Dinar verprassen und das Funkgerät für den Grenzübertritt in Kleinteile verstecken. Die ganze Prozedur dauert 2 Stunden. In der Dämmerung betreten wir tunesischen Boden. Nun machen wir uns per Nachtetappe nach Khagilan, wo es warme Quellen zum Baden gibt. Unterwegs durchfahren wir tunesisches Berggebiet, in dem Teile von Krieg der Sterne gedreht wurden. Nach dem schnellen Aufbau der Zelte und dem kurzen Essen hüpfen wir alle in die warme Quelle. Und es ist genauso wie Weilo es vorausgesagt hat. Draußen ist es bei 3°C kalt und drinnen angenehm warm. Eine Stunde bleiben wir in der erholsamen Quelle, dann geht´s direkt in den Schlafsack.

02.01.2001 Die Sonne scheint aufs Zelt. Es ist warm heute morgen. Für die heutige Etappe in den tunesischen Dünen heißt es wieder Luft aus den Reifen ablassen. Sandfahren macht einfach Spaß, zwar sind die Dünen flacher als in Libyen, aber der Sand ist feiner und fester, aber auch hier fährt man sich fest. Bei Sonnenuntergang schlagen wir unser Camp mitten im Nirgendwo auf.

03.01.2001 Die Dünenetappe nach Douz geht heute weiter. Wir stellen mal wieder fest, dass der direkte Weg nicht immer der Beste ist. Einige Male fahren wir in eine Art Sackgasse, so dass wir in die entgegengesetzte Richtung zurück müssen, um die kleinen, spitzen Dünen zu umfahren, da hilft auch kein noch so guter Böschungswinkel. Wir beschließen auf die Piste westlich von uns zu fahren, die wir dann mit Mühe auch erreichen. Wir füllen die Reifen nun wieder auf Straßendruck. Nach einigen Kilometern müssen wir jedoch wieder Luft ablassen, da der Sand zu tief wird. Und hier reißt auch das letzte Kreuzgelenk des Chevys, zum Glück auf gerader Piste, so dass der Wechsel einfacher fällt. In Douz wechseln einige noch Geld, anschließend geht es weiter nach Touzeur, wo es auch warme Quellen gibt und wir dort die Algerienurlauber wieder treffen. Es gibt natürlich nach zwei Wochen viel zu erzählen. Und nach dem gemeinschaftlichen Spaghettiessen geht es ab in die warme Quelle, als Tagesabschluß.

04.01.2001 Die Sonne begrüßt uns am frühen Morgen, denn wir haben noch einige Straßenkilometer zu fahren. In Touzeur müssen wir noch unseren leeren Bierkasten, den wir gestern auf abenteuerliche Weise in einigen Hintergassen erwerben konnten, zurückgeben. Dann geht´s nach Kairuan, wo wir unser Mittagsmahl einnehmen und anschließend weiter nach Hammamet ins Hotel Phenicia, eine Wohltat mal kein Zelt aufbauen zu müssen. Nach dem üppigen Abendessen mit riesigem Büffet geht es in den Night-Club des Hotels, in dem wir an diesem Abend eine Fakir-Show zu sehen bekommen. Der Abend klingt aus mit alter Discomusik und gekühlten Getränken.

05.01.2001 Wir stehen früh auf und machen uns auf den Weg nach Tunis, um langes Schlangenstehen an der Fähre zu vermeiden. Vor der Abfahrt vom Hotel müssen wir dem 110er einen neuen Reifen verpassen, der hat über Nacht Luft verloren. In Tunis füllen wir zum letzten Mal unsere Tanks mit günstigem Sprit und müssen uns trotz dem frühen Anreisen anstellen. Beim Befahren der Fähre müssen wir leider ins Unterdeck, d.h. beim Anlegen in Genua lange warten, bis alle anderen Decks leer sind. Den restlichen Tag sitzen wir an Deck in der letzten Afrikasonne und trinken ein paar kühle Getränke.

06.01.2001 Das nicht besondere Frühstück der Fähre lassen die meisten von uns ausfallen und schlafen bis 10.00 Uhr. So kommen wir pünktlich zum Mittagessen um 11.00 Uhr. Der Service an Bord lässt sehr zu wünschen übrig. Als eine der letzten verlassen wir die Fähre und treffen uns außerhalb Genuas mit den anderen. Von dort fahren dann kleinere Gruppen gen Heimat.

Das war das Abenteuer Nordafrika, das wir alle nicht so schnell vergessen werden.

             
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